Monday, 11. august 2008 1 11 /08 /Aug. /2008 11:24
- von mumie99 - veröffentlicht in: Kino, TV, DVD
Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers
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Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers
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Es war mal (einmal...) wieder Kinozeit. Eigentlich hatte ich ja "Get Smart" auf dem Wunschzettel. Aber ich musste feststellen, dass ein Teil meiner Kinomitgänger den Film schon gesehen hatte. Nicht allen Menschen ist die Gabe gegeben gute Filme in kurzen Zeitabständen erneut zu sehen, daher entschied ich gentlemanlike und demokratisch, wie ich bin, einen anderen Film für den Kinogang auszuloben. Beim Blick auf das Kinoprogramm sortierten sich die Film schnell nach gesehen und uninteressant. Übrig blieb bei dieser Sortiermethode der Film - "Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers".

Der Film war mir natürlich nicht völlig unbekannt, hatte ich doch bereits den Trailer gesehen und zusätzlich Teil 1 ("Die Mumie") und 2 ("Die Mumie kehrt zurück") der Serie als DVD im Schrank stehen. Ich konnte mir also ein ungefähres (positives) Bild machen, was ich (eigentlich wir) wohl zu erwarten hätten. Dummerweise schlug ich vor ein paar Tagen die Zeitung auf und stolperte über eine Filmkritik. Generell lese ich bei potentiellen anschauungswürdigen Filmen keine Filmkritik, aber diesmal fiel mir auf den ersten Blick die Bewertung auf - einer von möglichen fünf Sternen. Verdammt, ich wollte nicht viel auf die Bewertung geben und es gelang nicht...

Von innerer Unruhe getrieben surfte ich los, um mir weitere Bewertungen anzusehen ohne auf Spoiler zu stoßen - gar nicht so einfach.

Aber es gelang mir dennoch ein Meinungsbild diverser Kritiker einzuholen, ohne elementare Handlungsstränge mitgeliefert zu bekommen. Lange Rede kurzer Sinn, eine Vielzahl der Kritiker war wenig von dem Streifen überzeugt.

Nach einigem Überlegen hab ich mich primär aus zwei Gründen entschlossen, trotz aller Kritiken, den Film für den Kinoabend vorzusehen:

Erstens hab ich einen relativ eigenwilligen Filmgeschmack und meine Meinung bezüglich eines Filmes noch nie zu hundert Prozent in irgendeiner Filmkritik gefunden und zweitens gibt es ja schon die Filme Die Mumie und Die Mumie kehrt zurück - die auch keine berauschenden Kritiken erhielten - mir persönlich aber sehr gut gefallen haben.

Eine kleine Anekdote zu dem Film "Die Mumie" bietet sich unter diesen Umständen hier gerade förmlich an:

Es war im Frühjahr 1999, ich war, mathematisch logisch geschlossen, 12 Jahre alt und besuchte mit einem Schulfreund den Film "Die Mumie" (FSK 12). Dieser Abendteurerfilm mit einigen Horrorelementen gefiel mir sehr gut. Nach dem Kino legte ich mir zufälligerweise (ja ehrlich - wirklich) meine erste eigenständige Email-Adresse zu und es war mein Willen statt meines echten Namens ein Pseudonym zu wählen. Nach kurzem Überlegen und den Kinobesuch noch im Hinterkopf entschied ich mich für mumie@Emailprovider.de. Leider musste ich feststellen nicht der Erste gewesen zu sein, der sich das so überlegt hatte, denn der Name war schon belegt...

Statt irgendwelcher Artikel in Kombination mit Unterstrichen, wie man es heute öfters sieht, entschied ich mich, eine Zahl meinem Wunschnamen anzuhängen. Aus irgendwelchen, mir nicht mehr nachvollziehbaren, Gründen entschied ich mich weder für Geburtstag, noch Monat und Jahr. Ich wählte das Jahr der Emailanlegung - 99. So entstand das Pseudonym mumie99, das auch in diesem Blog an allen Ecken und Enden auftaucht.

Seither war und ist der Nickname (und dadurch der Film "Die Mumie" aus dem Jahre 1999) auf sämtlichen Lan-Partys oder im Internet mein treuer Begleiter...

Zusammenfassend warf ich alle Erinnerungen an die Kritiken zum dritten Teil der Mumien-Reihe über Board, zog mir als Grundlage für den neuen Film die alten Teile erneut rein und begab mich dann gestern Abend ins Kino:

Evelyn O'Connell
Die Rolle der Evelyn O'Connell: links gespielt von Rachel Weisz und rechts gespielt von Maria Bello

Erster Wehmutstropfen ist der Verlust von Rachel Weisz für die Rolle der Evelyn O'Connel. Die Figur war nie überlebenswichtig für "Die Mumie" und "Die Mumie kehrt zurück", hatte aber dennoch eine tragende Rolle. Im neuen Film wurde Rachel Weisz aus irgendwelchen Gründen durch Maria Bello ersetzt.

Maria Bello habe ich als gute Schauspielerin unter anderem in "Thank you for smoking" erlebt, nun überzeugt sie wenig. Die ganze Art, wie sie die Figur der Evelyn spielt, ist nicht mit den ersten zwei Teilen vereinbar (schon gar nicht mit der akrobatischen Nefertiri-Rolle) und es liegt nicht nur daran, dass Evelyn über 10 Jahre älter geworden sein soll seit dem letzten Mumien-Abenteuer.

Ich will aber nicht schon gleich am Filmanfang die Flinte ins Korn beziehungsweise die Mumie zurück ins Grab werfen. Daher finde ich mich mit der neuen Evy O'Connel bestmöglich ab und versuche die frischen Erinnerungen an Teil 1 und 2 partiell zu verdrängen.

Neben dem ersten Tiefschlag gibt es aber auch Highlights. Richard 'Rick' O'Connell und Jonathan Carnahan entsprechen genau meinen Erwartungen. Die Synchronstimmen passen und es sind Gott sei dank auch die gleichen Schauspieler wie für die anderen Filme verpflichtet worden (ich fürchtete schon batmanähnliches Bäumchen-wechsel-dich bei er Hauptfigur).

Zusätzlich lassen beide Figuren keine der bekannten Charakterzüge vermissen. Rick haut nach wie vor gern mal einen lockeren Spruch raus und sein Schwager Jonathan hat immer noch seine Vorliebe für Reichtümer und sein Talent für die Auffindung von Fettnäpfchen...

Dem geneigten Filmexperten fällt eine weitere Figur auf, die bereits aus "Die Mumie kehrt zurück" bekannt sein sollt, Alexander „Alex“ O'Connell, der Sohn von Rick und Evy O'Connell, dessen Archäologie-Leidenschaft bereits im zweiten Teil mehr als zu erahnen war. Für die Besetzung der Rolle wurde auch hier ein anderer Schauspieler genommen, nicht weiter schlimm, denn schließlich sind zwischen den Handlungen von Teil 02 und 03 mehr als 10 Jahre vergangen - da darf Alex ruhig mitaltern und sein Äußeres verändern.

Ohne irgendwelche weiteren Handlungsdetails über den Film vorwegzunehmen, lässt sich aber über die Figur des Alexander O'Connell sagen, dass sie mich teilweise sehr an Indiana-Jones-Junior aus dem neusten Indiana-Jones-Abenteuer erinnert hat, kann Zufall sein, ein neuer Trend in Hollywood oder sonst was...

Soweit die Einbettung bekannten Figuren, die restlichen Figuren im Film sind neu und haben keinerlei Rückbezug auf die älteren Filme. Ich möchte in meiner Kritik nicht weiter auf die Rollen von Jet Li und Michelle Yeoh eingehen, denn eine Charakterisierung würde Inhalt vorwegnehmen. Neutral betrachtet waren die schauspielerischen Leistungen von beiden passabel und vielen mir nicht irgendwie negativ auf.

Zur Story ist detailtechnisch auch nicht mehr als die Inhaltsangabe zu sagen:

Einige Jahre sind vergangen, der zweite Weltkrieg ist gerade vorüber und eine letzte Mission für die britische Regierung führt das Archäologen-Ehepaar Rick (Fraser) und Evelyn O’Connell (Maria Bello) nach Shanghai und mitten hinein in eine politische Verschwörung während zur gleichen Zeit ihr mittlerweile erwachsener Sohn Alex (Luke Ford) bei Ausgrabungen ebenfalls in China auf das Grab des Drachkaisers stößt.

Der Legende nach wurde der Furcht erregende Herrscher und seine Armee vor über 2000 Jahren von einer Zauberin mit einem Fluch belegt und in Terrakotta verwandelt. Um China zurück zu erobern, sollen sie offenbar wieder erweckt werden und nur die O’Connells und Alex’ Schwager Jonathan (John Hannah) stehen zwischen dem Drachenkaiser und einem neuen Zeitalter des Schreckens.

Die Macher der "Mumie" haben sich wieder einmal etwas neues ausgedacht und statt im staubigen Sand spielt der Film größtenteils in Fernost. Die Handlung ist nicht oscarreif aber durchaus ansehnlich. In einigen wenigen Szenen hatte ich das Gefühl die Drehbuchautoren haben sich an den ersten zwei Teilen bedient, da mir gewissen Elemente in ähnlichem Zusammenhang geläufig waren.

Im Vergleich zu den älteren Filmen kann Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers gut mithalten und bietet auch zahlreiche Special-Effekts. Es ist kein Meilenstein (man könnte den Film auch unlöblich Popcorn-Kino nennen) und wenn man die ersten beiden Teil gesehen hat und sich ein Bilde gemacht hat, wird man nicht enttäuscht sein.

Ich finde jetzt im Nachhinein die Kritiken in den Zeitungen und im Internet recht überzogen (nach dem Kinobesuch hab ich die Kritiken jetzt auch mal gelesen), so schlecht wie er gemacht wird, ist der Film tatsächlich nicht.

Wie gesagt, ein Blockbuster sieht anders aus, aber eine solide Fortesetzungen unter Umständen eben genau so!

 Wer "Die Mumie" schon stupide fand sollte vielleicht auf den neuen Batman warten, den ich jetzt mal ungesehen, (erneut) hochlobe...

In der sternlichen Sprache ausgedrückt und den Text auf einen lächerlichen Satz herabreduziert, würde ich sagen wollen:

Drei von fünf möglichen Filmbewertungssternen!

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