Saturday, 13. september 2008 6 13 /09 /Sept. /2008 17:33
- von mumie99 - veröffentlicht in: Persönlich

Durch die Pokalrunde im Tischtennis, in der wir, in der aktuellen Runde, mit unserer Mannschaft den Vorteil eines Freiloses genießen, war der gestrige Freitag Abend Tischtennis-Spiel frei und der sonst am Donnerstag terminierte Spieleabend konnte, auf den, für Berufstätige und Schulpflichtige günstigeren, Freitag verlegt werden.

Allerdings ist das mit den Freitagsterminen immer so eine Sache, schließlich stehen in der Regel am Wochenende auch noch immer so ein paar andere Termine an. Diesmal war parallel zum Spieleabend der Wurstmarkt, was sich in den Besucherzahlen widerspiegelte.

Witterungsbedingt war ich allerdings nicht für die Open-Air-Veranstaltung zu bewegen, denn Spieleabend geht vor und für Wurstmarkt ist zusätzlich nächstes Wochenende noch genug Zeit, um sich zu zeigen.

Fanden sich die letzten Spieleabende doch immer mehr als 10 Spielebegeisterte ein, waren es gestern nur 9, was eigentlich auch noch eine Menge ist, mit mir als jüngstem Mitglied, soviel zum Thema Schulpflichtige...

Der Spieleautor Jürgen Kiedaisch stellte in den letzten Tagen, wegen der freundschaftlichen Verbundenheit zum Spielclub Hettrumer Frustzwerge uns eine Vorabversion seines neuen Spiels Transsib – Der Bau der längsten Eisenbahnstrecke der Welt zu Test- und Bewertungszwecken zur Verfügung.

Eine völlig neue Erfahrung, spielte ich doch die letzten Wochen hoch entwickelte und toll aufgemachte Spiele, sah ich mich nun einem Prototyp gegenüber, der mit seinem Material in einer umfunktionierten Die Sieder – Seefahrer-Box untergebracht war.

Aber ich lies mich nicht davon abschrecken und somit begab ich mit drei Mitspielern daran, das Spiel spielend zu testen.

Die Spielregeln waren sehr gut erklärt und zusätzlich auf dem eigentlichen Spielplan notiert. Bis das Spielen losging vergingen trotzdem gut 60 Minuten Aufbau und Regelverinnerlichung. Das eigentliche Spiel war dann in circa 150 Minuten gespielt, eine zweite Partie dürfte aber wesentlich schneller verlaufen.

Mir gefiel das Wirtschaftsimulationsspiel, auch wenn der Eisenbahnbezug stellenweise fehlte, sehr gut. Der Glücksfaktor war nahezu außenvor und Erfolg und Misserfolg basierten im Prinzip allein auf den Entscheidungen der Spieler.

Wir bauten Schienen, kauften und verkaufen Rohstoffe, bauten Produktionshäuser und nach 10 Runden gewann der, der mit seiner Strategie die meisten Rubel erwirtschaftet hatte, um das Spiel mal grob zusammenzufassen. Selbstverständlich wird diese Zusammenraffung dem Spiel nicht gerecht, denn es ist gerade durch seine Vielzahl an Möglichkeiten bis zum Schluss interessant und spannend.

Da es sich aber, wie bereits erwähnt um einen Prototyp handelt, der sich bis zur Fertigstellung noch wandeln wird, lohnt es nicht weiter ins Detail mit der Betrachtung zu gehen.

Wir haben zu viert am Ende den Bewertungsbogen für das Spiel ausgefüllt und ich bin froh, dass ich mit meiner Meinung an einer Spiele-Realisation teilhaben konnte.

Filou Nach dem ersten Spiel war es also schon fast 0.00 Uhr, einige müde Spieler gingen nach Hause und der Rest, mich natürlich eingeschlossen spielte noch zum Abschluss des Spieleabends, so gegen halb 2 Uhr morgens eine Runde Filou und Mississippi.

Filou hatte ich bereits im Juli bei einem Spielabend namentlich erwähnt. Das Spiel von Friedemann Friese entwickelt, ist ein schnell erklärtes, erlerntes und gespieltes nettes kleines Spiel, das pokerähnliche, nur stark vereinfachte, Züge aufweist.

Beschreibung: von Hall9000

Jeder Spieler erhält einen Satz mit zehn Spielkarten. Darin befinden sich zwei negative Katzen (Wert: -8 und -5), fünf positive Katzen(Wert: 3, 5, 8, 11 und 15), ein Hase mit dem Wert 0, ein kleiner sowie ein großer Hund. Jeder Spieler zieht bei seinem Nachbarn verdeckt eine der zehn Karten, die unbesehen aus dem Spiel genommen wird. Die Mäusekarten werden aufsteigend ausgelegt und links neben der Mäusekarte "2" wird die Karte "Katze im Sack" platziert. Entsprechend ihrer Werte wird nun Geld in Form von Chips auf die Mäusekarten gelegt.

Beginnend mit dem Startspieler wählt jeder Spieler der Reihe nach eine seiner Handkarten aus und legt diese verdeckt unter die entsprechende Mäusekarte in der Tischmitte. Die erste Karte kommt ganz nach links, die zweite Mäusekarte direkt daneben, usw. Diese komplette Kartenreihe ist "die Katze im Sack", die nun versteigert wird.

Die erste Karte wir vom Startspieler aufgedeckt und die Versteigerung beginnt mit seinem Gebot. Danach muss der nächste Spieler das Gebot überbieten oder passen. Immer wenn ein Spieler passt, nimmt er sein Gebot wieder zurück und er erhält zusätzlich die Chips von der niedrigsten sich noch im Spiel befindlichen Mäusekarte. Zusätzlich deckt er noch die nächste Karte der Reihe auf. Hat man einmal gepasst, scheidet man aus der aktuellen Bietrunde aus. Der Gewinner der Bietrunde zahlt sein Gebot in die Bank und erhält alle Karten der Reihe, welche er verdeckt vor sich ablegt, sowie den Startspielerstein.

Bevor die Reihe genommen werden kann, muss noch überprüft werden, ob sich Hunde darin befinden. Diese vertreiben nämlich Katzen bzw. sich gegenseitig, wenn mehrere im Spiel sind.   

Alle weiteren Runden laufen identisch ab. Wenn am Ende einer Runde in der Bank nicht genügend Mäuse (Chips) vorhanden sind, um alle Mäusekarten zu füllen, werden gar keine Mäuse verteilt. Nach der neunten Bietrunde ist das Spiel zu Ende. Die Siegpunkte setzen sich aus den gewonnen Katzen und den sich noch im Besitz der Spieler befindlichen Chips zusammen. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel.

Ich spiele Filou sehr gern mal zwischendurch und kann es auch bedenkenlos weiterempfehlen. Die Runde von gestern Abend, richtiger wäre eigentlich heute Morgen, wird mir aber wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Sie war eine ungewollte stochastische Meisterleistung, denn in allen Runden legten immer drei von fünf Mitspieler exakt die gleiche Karten verdeckt in den Sack in der Mitte. So nahm das Spiel einen völlig verrückten Verlauf an. Mir wurden in Runde 1 und 2 gleich mal sämtliche Minuskatzen überlassen, konnte ich ja nicht ahnen, dass mein Gebot von 4 Chips nicht überboten wird…

Mein Versuche in den verbleibenden Runden noch auf einen grünen Zweig zu kommen, waren nicht von Erfolg gekrönt und so beendete ich das Spiel im negativen Bereich. Nach meinen Erfahrungen beendet man das Spiel eigentlich immer positiv, auch als Letzter! Sehr frustrierend, daher muss ich diese Schande beim nächsten Spielabend durch eine erneute Runde ausmerzen.

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