Samstag, 27. september 2008 6 27 /09 /2008 18:07
- von ChrHigh - veröffentlicht in: Musik

Thrice – The Alchemy Index So..., lang lang ist es her seit ich euch eine CD ans Herz gelegt habe, aber hier ist meine zweite Cd-Kritik für euren Lieblingsblog, und ich habs mir nicht gerade einfach gemacht, denn ich ich stell euch das wahrscheinlich breitgefächertste Stück Musik vor, das es die letzten Jahre auf Platte geschafft hat.

Erst mal ein paar Kleinigkeiten zur Band Thrice, die in Deutschland leider und völlig zu unrecht keine all zu Große Popularität genießt und bei hiesigen Festivals nicht länger als eine dreiviertel Stunde ihr Können präsentieren darf.

Bei Thrice handelt es sich um eine US-amerikanische Band, die bereits 5 Alben zu verbuchen haben. Der Stil der ersten 3 Alben lässt sich meiner Meinung nach am ehesten als eine Mischung aus „Rise Against“ und „Bullet for my Valentine“ beschreiben, da sowohl Punk als auch Metal und Hardcore-Elemente zu erkennen sind. Auch Sänger Dustin Kensrue versteht es aggressives Screaming mit melodischem Gesang zu kombinieren. Im vierten Longplayer geht ein wenig an Aggressivität verloren, es wird dafür mehr Wert auf Songwriting und experimentellen Elementen gelegt, was sich unter anderem im reduzierten Einsatz der vorher noch typischen Doublebass von Drummer Riley Breckenridge äußert. Die Musik lässt sich nun mehr mit Alternativgrößen wie den Deftones vergleichen.

Beim neusten Projekt „The Alchemy Index“ handelt es sich um ein Konzeptalbum der besonderen Art, bei dem die Band sich den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde widmet, wobei jedem Element eine eigene sechs Tracks umfassende CD gehört. Sowohl die Texte als auch die  musikalische Ausrichtung passt sich dabei den jeweiligen Elementen an. Veröffentlicht wurde The Alchemy Index in Form zweier Doppel-Cds. Zum einen „Vol. 1&2 – Fire&Water“ und zum anderen (logischerweise) „Vol. 3&4 – Air&Earth“, die ich mir nun nacheinander vornehmen werde. Vorerst aber nur die erste Hälfte, der zweite Teil wird so schnell wie möglich nachgereicht.

Vol.1 – Fire:  Mit Fire erhält der geneigte Fan genau das, was er sich von Thrice erwartet. Zu Beginn des ersten Tracks „Firebreather“ bekommt der Hörer passender Weise eine Art Feueralarm zu Ohren bevor die Band es mit einem Kraftvollen Riff mächtig krachen lässt. Der Mittelteil des Songs wird von Kensrues Gesang zu einem hervorragenden melodischen Alternativ-Metal-Stück, das mit einem fast episch anmutenden und gleichzeitig ebenso powervollem Schlussriff abgerundet wird, der von Chorstimmen im Hintergrund perfekt untermalt wird.

„The Messenger“, ist dass wohl aggressivste Stück des gesamten Albums, in dem sowohl Band als auch Sänger alles aus sich rauslassen bis das allerdings sehr kurze Lied bis zum Schluss noch gesteigert wird und dann fast abrupt auf dem Höhepunkt endet.

„Backdraft“ beginnt mit einem sehr bedrückendem Akkustikgitarrenriff, dessen Stimmung durch den Gesang noch verstärkt wird. Der Refrain ist Thrice-typisch kraftvoll aber mit stets eigenem Stil und auch im allgemeinen das speziellste Lied und benötigt mehrfaches Hören bis zum vollen Genuss. „The Arsonist“ ist wieder eine Nummer aggressiver in der Strophe aber mit wunderbar eingängigem Refrain. Die Band steigert das Lied an zwei Stellen. Die Steigerung trumpft auf durch einen Gitarrenriff mit anspruchsvollen Taktverschiebungen. Wo die erste Steigerung wieder in die  aggressive Strophe mündet wird die zweite bis zum Ende weiter gesteigert bis das Lied auf seinem definitiven Höhepunkt endet. The Arsonist ist im übrigen für alle Besitzer einer X-Box 360 mit Internetanschluss und Guitar Hero 3 im „Modern-Metal-Paket“ zusammen mit „Hole in the earth“ von den Deftones und Avenged Sevenfold mit  „Almost Easy” downloadbar.

Burn the Fleet ist das wohl ruhigste Lied auf „Fire“, sehr melodisch in allen Teilen ein sehr solides Lied, auch wenn es meiner Meinung nach etwas schwächer ist als der sensationelle Rest.

„The Flame Deluge“ wird von Kensrue regelrecht geschrien, während die Band einen kraftvollen, drückenden Hintergrund schafft, bis zum Ende das Feuer quasi erlischt und das Lied mit Piano und sehr leisen Tönen des vorher noch aus vollem Hals „grölenden“ Sängers einen perfekten Abschluss findet und auch die gesamte CD optimal abschließt.

Vol.2 – Water: Wo „Fire“ noch allen Ansprüchen des Thrice-Fans gerecht wird, wagen Thrice mit „Water“ den ersten mutigen Schritt, denn alles was im ersten Lied „Digital Sea“ zu hören ist, wird den Hörer überraschen. Es handelt sich um ein Lied dessen Musik größtenteils mit Synthesizer erzeugt wird und dazu noch auf Gitarren vollständig verzichtet. Somit gilt die volle Aufmerksamkeit Dustin Kensrue, der diese Aufgabe mit Bravour meistert. Mit emotionaler Stimme singt er vom Ertrinken und schafft es im sensationellen Refrain mit toller Klaviermelodie ein Gefühl zu vermitteln selbst im Meer zu treiben, bis seine Stimme im Wasser untergehen zu scheint „Hear my voice go, to ones and zeros“, ein wahsinns Lied (Ich liebe es). „Open Water“ führt das fort, dass „Digital Sea“ begonnen hat, nur dass sich die Gitarre im Austausch zum Klavier wieder zurückmeldet und deren Part der Melodieführung übernimmt. Auch „Lost Continent“ reiht sich perfekt hinter „Open Water“ ein, auch wenn die Qualität ein wenig abzurutschen droht handelt es sich dennoch um ein sehr gutes Lied das seine Anerkennung verdient. Mit „Night Diving“ bekommt der Hörer ein Instrumentales Stück zu hören, das auch zum ersten mal eine verzerrte Gitarre bietet. Etwas zum Genießen. „The Whaler“ ähnelt musikalisch am ehesten „Digital Sea“ und wird von einem sehr eingängigen Klavierstück und Kensrues gefühlvollem Gesang getragen.

Mit „Kings upon the main“ lässt es die eh schon leise Platte nochmal ruhiger ausklingen und die Band beweist einmal mehr ihre Vielseitigkeit.

Fazit: „Fire“ sollte ein Leckerbissen für alle Freunde der etwas härteren, alternativen Gangart sein,  und macht sich perfekt im Regal neben den Deftones. Water besticht durch sehr emotionale, leise Töne mit einer Topleistung von Dustin Kensrue, der sich aber eventuelle Vergleiche mit Chris Martin gefallen lassen muss, was aber mit Sicherheit nicht zur Abwertung seiner Gesangskünste führt.

So das war Teil 1 der Kritik, Teil 2 folgt im Laufe der kommenden Woche. Bis dahin ein Video und die Tracklist:

Thrice - Digital Sea:


Tracklist:

"Fire":
01 - "Firebreather"
02 - "The Messenger"
03 - "Backdraft"
04 - "The Arsonist"
05 - "Burn the Fleet"
06 - "The Flame Deluge"

"Water":
07 - "Digital Sea"
08 - "Open Water"
09 - "Lost Continent"
10 - "Night Diving"
11 - "The Whaler"
12 - "Kings Upon The Main"
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