Sunday, 9. november 2008 7 09 /11 /Nov. /2008 00:01
- von mumie99 - veröffentlicht in: Kino, TV, DVD

007 Ich war mal wieder im Kino, um den neuen Bond-Film Ein Quantum Trost zu begutachten. Da ich bisher restlos alle Bondfilme gesehen habe, waren meine Erwartungen an den Film sehr hoch. Schon zu Produktionszeiten ließen die Macher durchblicken, dass der Filme bestrebt ist, sich durch Alleinstellungsmerkmale von der bisherigen 007-Serie abzuheben und fast schon eine nolan’schen Heldenwiedergeburt angestrebt wird.

Wenn ich hier von dem Film spreche, meine ich nicht nur Ein Quantum Trost sondern auch Casino Royal, denn die beiden Filme bilden schließlich ein Einheit, da die Handlung in Ein Quantum Trost inhaltlich wenige Stunde nach dem Casino Royal-Ende weitergeführt wird.

Die beiden Filme, die Daniel Craig als Bond-Darsteller haben, bauen also erstmals in der langen James-Bond-Historie inhaltlich aufeinander auf und sind, ähnlich wie beim neuen Batman auch, Teil einer Trilogie.

Dies macht die Einzelbetrachtung des Filmes recht schwer, denn auch in Ein Qunatum Trost wimmeln wieder Figuren rum, die man eigentlich aus dem ersten Teil kennen sollte.

Um auf Nummer sich zu gehen, habe ich mir vor dem Kinobesuch noch mal schnell die Casino Royal-DVD eingelegt, um auch wahrlich alle Handlungsstränge im neuen Film, die mit Rückbezügen daher kommen, komplett zu verstehen. Die Handlung wird übrigens auf der offiziellen Seite so beschrieben:

EIN QUANTUM TROST setzt die adrenalintreibenden Abenteuer von James Bond (DANIEL CRAIG) in CASINO ROYALE fort. Nachdem er von Vesper, der Frau, die er geliebt hat, betrogen wurde, kämpft 007 gegen das Verlangen an, seine nächste Mission zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen. Fest entschlossen, die Wahrheit aufzudecken, verhören Bond und M (JUDI DENCH) Mr. White (JESPER CHRISTENSEN), der enthüllt, dass die Organisation des rücksichtslosen Geschäftsmannes Dominic Greene (MATHIEU AMALRIC), die Vesper erpresst hat, viel komplexer und gefährlicher ist als zunächst angenommen.

Inmitten eines Minenfeldes aus Betrug, Mord und Täuschung, verbündet sich Bond mit alten Freunden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Auf der Suche nach dem Mann, der für den Verrat an Vesper verantwortlich ist, muss 007 der CIA, den Terroristen und sogar M immer einen Schritt voraus sein, um Greenes dunkle Machenschaften aufzudecken und "Quantum" zu stoppen.

Im Nachhinein hätte diese Inhaltsangabe als Grundlage zur Filmbetrachtung schon genügt, denn viel tiefere Rückbezüge liefert der aktuelle Streifen auch nicht. Stattdessen steigt der Film unmittelbar, wie für Bond-Filme fast schon üblich, in eine Handlung ein und zeigt gleich mal was man für ein Actionspektakel abfackeln kann. Ein paar zerstörte Autos später, bekommt man dann eigentlich alle nötigen Informationen über vergangene Ereignisse geliefert und der neue Handlungsakt um den MI6-Agent kann beginnen.

In den nun folgenden knapp 1,5 Stunden fühlte ich mich, um meine Meinung schon mal vorwegzunehmen, gut unterhalten und der Bondfilm darf durchaus als gut bezeichnet werden.

Die Charakterzüge des neuen Bonds, wie er von Daniel Craig gespielt wird, sind auch im aktuellen Film stark ausgeprägt. Heißt also, dass die Hauptfigur weniger Playboy ist und sich primär mit Agentenaktion die Hände schmutzig macht und regelmäßig auch mal ein wenig eigenes Blut investiert. Das Gesamtbild finde ich, im Gegensatz zu manch anderem Kritiker, durchaus passend und ich habe kein Problem, wenn die Figur sich ein wenig an Jason Bourne anlehnt.

Um nun doch noch ein Haar in der Hauptfiguren-Suppe zu finden, erwähne ich mal die deutsche Synchronstimme von Daniel Craig, die ich nach wie vor immer noch stellenweise sehr nervig fand. Kann daran liegen, dass Daniel Craig und Adam Sandler im Deutschen die gleiche Stimme haben und ich jedes Mal wenn Bond schrie, Adam Sandler vor meinem geistigen Auge auftauchte.

Nach einem kurzen Eingewöhnen, was auch bei Casino Royal geklappt hat, konnte aber den neuen soften Bond voll und ganz so akzeptieren.

Die anderen Figuren die in Ein Quantum Trost so an der Handlung mitstricken, gefielen mir da zum Teil nicht so gut. Am schlimmsten fand ich die Figur des Q (für James Bond-Laien: Das ist der Wissenschaftler mit dem Hightech-Gadgets), die, wie in Casino Royal, einfach immer noch nicht auftauchte und so der Running Gag mit fehlverwendeten Erfindungen wieder mal ausfallen musste...

Das wäre ja noch zu verschmerzen gewesen, wenn der aktuelle Oberbösewicht nicht einfach so unbeschreiblich harmlos und blass aussehen würde. Nachdem ich nun alle James Bond-Filme gesehen habe, kann ich wohl behaupten, dass der britische Geheimagent wohl noch nie einen Endgegner hatte, der so wenig Angst einflössend wirkte. Eigentlich sehr schade, denn viele Bondfilme lebten in der Vergangenheit gerade von ihren großartigen und wahnsinnigen Schurken.

Ein Lichtblick bei den Nebenfiguren ist aber auf jeden Fall die MI6-Chefin M (steht für Mawdsley, Barbara), die gewohnt gut, erneut von Judi Dench verkörpert wird.

007 Um die Figurenbetrachtung dann vollends abzurunden, kommen wir dann zur Frau, die alle Männerherzen höher schlagen lässt: Olga Kurylenko

In der Rolle als Camille taucht Miss Kurylenko zwar am Anfang des Films in einer längeren Szene auf, aber ich habe sie, das muss ich zu meiner Schande gestehen, erst gar nicht erkannt. Das Auftauchen des Bond-Girls kam mir zu unverhofft und da sie augenscheinlich nur wenig Ähnlichkeit mit ihrer Figur aus Hitman hatte, schloss ich fälschlicherweise es müsste sich um eine Nebenfigur handeln, die wie viele andere auch eh gleich das Zeitlich segnet und daher einer tieferen Betrachtung nicht würdig ist.

Diverse Schauplätze, ohne Beteiligung von Camille, später, trat sie mir dann im Abendkleid unter die Augen und ich musste mir meinen Fehler eingestehen. Von daher entwickelt sich ihre Figur auch von der Wasserträgerin zur soliden zweiten Hauptfigur, die James Bond ganz nett zuarbeite und darum etwas mehr als nur gut anzuschauen ist.

Soweit die Figuren, bleibt mir noch ein wenig an der Handlung zu nörgeln. Ich bin es aus guter Tradition gewohnt, dass James Bond am Ende die Welt rettet oder wenigstens irgend etwas gigantisch Schlimmes verhindert wird. Nachdem ich in Casino Royal schon nicht auf meine Kosten kam, erhoffte ich mir diesmal wieder ein Ende nach Maß und wurde enttäuscht. Im Prinzip ist die Sache die in dem Film verhindert wird, mir völlig schnuppe und ich konnte keine größere emotionale Beziehung aufbauen, da kann im neuen Bond-Film in Zukunft auch die Hessen-SPD gerettet werden, macht dann auch fast kein Unterschied.

Trotz der fielen kleineren Wunden, in die ich meinen Finger legen musste, gefiel mir der Film gut und alle die mit Casion Royal zufrieden waren, werden hier auch vollkommen auf ihre Kosten kommen.

Das Gesamtpaket ist stimmig und daher kann ich über die kleineren Negativpunkte, die erwähnt wurden und die stellenweise etwas planlose bis hektische Kameraführung hinwegsehen und eine solide 2 bis 2- in Schulnoten an den Film abdrücken.

Im Gegensatz zum neuen Batman wurde bei Ein Quantum Trost die Messlatte noch nicht in schwindelerregender Höhe gelegt und der dritte Teil der Trilogie hat noch genug Platz nach oben, um dann ein „sehr gut“ bei mir abzustauben. Bis dahin freu ich mich erst mal auf den Quantum-DVD-Start, denn Casino Royal und den neuen Film fließen am Stück zu sehen, ist schon noch erstrebenswert.

Kommentare (2)ansehen - Kommentar hinzufügen
Zurück zur Startseite

Kommentare

Die Hessen-SPD retten - großes Kino und gutes Review. Danke dazu, werde mir den Film basierend auf deinen Aussagen, dann auch mal ansehen gehen!
Kommentarnr1 gepostet von Root Grapefruit am 9.11.2008 um 23h42
Ich war bislang ein großer James Bond-Fan, und nach dem ersten Film mit Daniel Craig war ich sehr gespannt auf den sog. zweiten Teil. Der erste Teil war äußerst originell und nachvollziehbar in seiner Handlung, was ich vom zweitem weniger behaupten kann. Offensichtlich bin ich mt Anfang 40 zu alt, aber dieser Film war eine absolute Enttäuschung für jeden alten Fan dieser Reihe. Nach einer halben Stunde im Kino habe ich meine Begleiter gefragt, ob sie den Film bis dato verstanden hätten - gleicher ungläugiger Blick, wie bei mir. Es wird nur geballert und getötet. Keine originellen Dialoge, keine nachvollziehbare Handlung. Der Film besteht nur aus extremen Filmschnitten, die man nicht verfolgen kann, und die Geschichte ist nicht verfolgbar. Ich habe mich gefragt, was der zweite Teil mit dem neuen "Bond-Darsteller" mit dem ersten Teil zu tun hat. Wenn man Spaß an die "James-Bond-Reihen" hat, so ist dieser Film eine absolute Enttäuschung und sein Geld im Kino nicht wert.

Kommentarnr2 gepostet von Jens Kühne am 9.12.2008 um 00h15

Suchen

Stationen meiner Weltreise

Dies & Das

In welchem Land deiner Weltreise warst Du noch nicht? Äthiopien, Ghana

Was war das letzte, was du dir in einem Online Shop gekauft hast? Gute Frage.. ich glaube es waren je 1 Paar SPM Stiefel und Gabor Stiefel von Reiterstiefel.de für meine Frau. (Sie ist ein großer Stiefel Liebhaber.. wobei ich diese Reiterstiefel auch ganz gut finde)

Hast du eine Familie? Nein, derzeit nur eine Partnerin aber keine Kinder. Sonst wären die Weltreisen wohl kaum möglich..

 
Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren