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Meine heutige Seminarsitzung gefiel mir sehr gut, denn ich fand es sehr interessant etwas über die Kultivierung von Werten und Normen in Bezug auf das Fernsehprogramm zu erfahren.
Nach der Kultivationsthese von George Gerbner und Larry Gross kann man sagen, dass das Fernsehen soziale Verhaltensmuster verbreitet und diese auch stabilisiert. Dadurch wird der Fernseher zu dem Medium, das die meisten Menschen sozialisiert.
Die Gründe für diese Dominanz erscheinen mir schlüssig, denn ein 24-Stunden Fernsehprogramm und das große erreichte Publikum machen eine Sozialisation der Masse recht einfach, denn keinem Medium wird soviel Zeit gewidmet wie dem TV-Gerät.
Durch eine ständige Berieselung durch ein Fernsehprogramm wird dem Betrachter ein konstruiertes Realitätsbild vermittelt, was stellenweise schon extrem von der tatsächlichen Realität abweichen kann. Ich sehe das regelmäßig an meinem Opa, der unter anderem die Meinung vertritt, früher hätte es keine großen Umweltkatastrophen gegeben oder auf jeden Fall nicht in der Häufigkeit. Solche Ansichten sind typische Fernseherfahrungen, denn die Nachrichten sind regelmäßig voll mit Berichten über Katastrophen, die sich irgendwo auf unserem Planeten abspielen. Früher gab es das mit Garantie auch alles, nur bekam man nicht alles mit, denn die Fernseherdichte pro Haushalt war bei weitem noch nicht so hoch wie heute, wo eigentlich jeder Haushalt mindestens ein Fernsehgerät besitzt.
In eine ähnliche Richtung geht auch das Kultivierungsdifferential, das ich wirklich sehr interessant finde.
Bei der Beantwortung der exemplarischen Frage Wie hoch ist Ihrer Meinung nach Anteil der Personen in der Bevölkerung, der beruflich mit der Durchsetzung von Gesetz und Ordnung zu tun
hat? gibt es deutliche Abweichung zwischen den Antworten von Wenig- und Vielsehern. Bezogen auf diese Beispielfrage schätzen Vielseher den Anteil stellenweise fast 10% höher ein, als es die
gleichaltrigen Wenigseher tun.
Für diese Frage erkläre ich mir das Kultivierungsdifferential (Differenz zwischen den
Angaben von Viel- und Wenigseher) durch die unzähligen Polizei-Serien, Polizei-Dokumentationen und Gerichtssendungen, die schon den Eindruck vermitteln könnten, dass ein gigantisch hoher
Prozentteil der deutschen Bevölkerung sein Geld durch die Durchsetzung von Gesetzen verdient.
Allerdings wird auch zurecht Kritik an solchen Statistiken geübt, denn ein Kultivierungsdifferential erfasst keine individuellen Persönlichkeitsmerkmale der Befragten.
Trotzdem würde ich definitiv unterschreiben wollen, dass das Fernsehprogramm Werte, Normen, Einstellungen und Ideen vermittelt.
Chancen und Risiken von Dating Shows (z.B. „I ♥New York“)
Reality-Dating Shows waren wir schon vor der heutigen Seminarsitzung ein Begriff, schließlich hab ich schon öfters in einer Werbepause zu MTV rübergeschaltet, dem Sender der solche Formate ständig im Angebot hat. Mir wahren also Titel wie Flavor of Love, I love New York, Rock of Love with Bret Michaels und A Shot at Love with Tila Tequila allesamt geläufig und ich hab auch schon alle genannten Sendungen stellenweise gesehen und hatte recht konkrete Vorstellungen zu den einzelnen Shows. Da ich die ganzen Sendungen kannte, war mir bereits bewusst, dass die Sendungen fast identisch über die Bühne gehen. Ein mehr oder weniger bekannter Promi geht auf Partnersuche und lädt sich etwa 15 Kandidaten und Kandidatinnen ein, die um die Gunst des Promis buhlen sollen. Das ganze spielt sich häufig in einer Villa ab, in der alle Bewerber wohnen und sich regelmäßig Herausforderungen stellen müssen. Pro Folge wird ein Kandidat vom Promi eliminiert, bis am Schluss die große Liebe übrig bleibt.
Natürlich ist das alles sehr viel Lug und Trug und die Kandidaten schauspielern sehr viel und die ganze Scharade wirkt seifenopernmäßig inszeniert. Gut möglich, dass mir daher solche Formate zu billig sind und ich noch nie eine Folge bewusst und komplett gesehen haben. Diese Tatsache verlor heute ihre Gültigkeit, denn im Zuge der heutigen Sitzung sah ich eine komplette Folge A Shot at Love with Tila Tequila. Es war wie erwartet kein Hochgenuss und ich sah meine Erwartungen bestätigt, die Formate sind wirklich so beknackt, wie die unzähligen Trailer und Ausschnitte vermuten lassen. Für Kinder und Jugendlichen finde ich solche Formate aber sehr bedenklich, denn nach dem Anschauen der Folge viel es mir sehr schwer irgendein realistisches Element zu finden. Die ganzen Dating-Shows vermitteln ein absolut stereotypes Geschlechterverteilungsbild, das sich zusätzlich noch an die gängigen Schönheitsideale hält. Zusätzlich werden katastrophale Werte bezüglich Liebe und Beziehung vermittelt und man könnte wirklich ein völlig falsches Bild bekommen. Genau hier liegt auch die Gefahr bei solchen Sendungen, die auch von Kindern und Jugendlichen im großen Stil geschaut werden, denn durch die Überhöhung und Übertreibung des Gezeigten werden völlig falsche Werte und Normen vermittelt. Zusätzlich sind in solchen Shows Sex, Alkohol und körperliche Gewalt zwischen Kandidaten auch sehr häufig ein Thema.
Zusammenfassend stehe ich solchen Reality Dating-Shows also weiterhin sehr kritisch gegenüber und kann ihnen
nichts positives abgewinnen.
Magersucht, Fettabsaugung und neue Brüste
Wer jetzt glaubt, die Kinder und Jugendlichen würden nur durch amerikanische TV-Formate beeinflusst werden, der liegt absolut falsch. Auch deutsche Produktionen wie Germany’s next Topmodel (die Idee kommt zwar aus Amerika, die Sendung ist aber deutsch) beeinflussen die Realitätswahrnehmung von Jugendlichen bezüglich Diäten, Körpergewicht und Schlankheit. Die uns präsentierten Zahlen aus der Dove-Studie 2005, fand ich schon sehr beeindruckend und stellenweise schockierend:
Natürlich spielen auch andere Medien in diese Ergebnisse auch mit rein, sämtliche Printmedien sind voll mit Hungerhakenmodells, die ein gefährliches Schönheitsideal konstruieren. Durch diverse Berichterstattungen zum Thema Magersucht unter Models, war ich bereits im Vorfeld für das Thema etwas sensibilisiert und wusste, dass eine Großzahl der Models ein Untergewicht auf die Waage bringt. Wie man aber Untergewicht mathematisch genau definiert war mir allerdings neu. Basierend auf dem Body-Mass-Index, der sich mit Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern berechnen lässt, gilt man mit einem Wert von 17,5 und kleiner als untergewichtig. Ich hab das gerade mal für mich schnell nachgerechnet und ich liege mit 20,xy im gesunden und normalen Mittelmaß und muss mir über Über- und Untergewicht keine Gedanken machen. Ein paar Gedanken sollten sich aber die Verantwortlichen von Germany’s next Topmodel machen, denn in der ersten Staffel wiesen einige der Kandidatinen zu anfangs einen BMI von unter 17,5 auf. Durch so Geschichten wird der eh schon kranke Schlankheitswahn noch weiter auf die Spitze getrieben, denn jungen Mädchen, die von einer Modellkarriere träumen wird quasi vermittelt, dass ein Einstieg ins Modellgeschäft in Sachen BMI nur unterhalb von 17,5 möglich ist. Aus gesundheitlichen Gründen ist von solchen Werten aber strengstens abzuraten und ich bin froh über die heute gewonnenen Eindrücke und sehe die Medienlandschaft im Bezug auf das Schönheitsideal stellenweise noch eine Spur kritischer.
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