Monday, 19. january 2009 1 19 /01 /Jan. /2009 00:13
- von mumie99 - veröffentlicht in: Kino, TV, DVD

bruegge Als absoluter Geheimtipp gestartet, mauserte sich der böse und politisch unkorrekte Film Brügge sehen... und sterben? zu einem der absoluten Filmtipps im letzten Jahr und rangierte auch in allen Jahrescharts sehr weit bis ganz vorne.

Im Zuge der exzellenten Kritiken, habe ich mir diese Filmperle mit Colin Farrell, Brendan Gleeson und Ralph Fiennes auch zugelegt und diesen Kauf natürlich nicht bereut.

Den Golden Globe, den Colin Farrell in dieser Woche als bester Darsteller erhielt, ist in meinen Augen vollkommen gerechtfertig denn ich habe den Iren noch nie so derartig vielseitig und lustig gesehen. Währen Farrell sonst nur mit coolen und raubeinigen Macho-Figuren glänzt und dies in Filmen wie Miami Vice, S.W.A.T oder Der Einsatz schon zur Genüge getan hat, ich weiß von ich rede, da ich die entsprechenden DVDs im Regal stehen habe, spielt er diesmal wirklich einen Charakter, der mit Tiefgang und Klasse zu überzeugen weiß.

Die Hauptfigurenabteilung wird sehr gelungen mit Brendan Gleeson, den man aus den Harry Potter-Verfilmungen  kennen könnte, ergänzt, der das Pendant zu Farrells Charakter mimt. Während Colin Farrel mit Ray eher den depressiven, suizidgefährdeten und notorisch gelangweilten Part inne hat, verkörpert Brendan Gleeson die Figur Ken, die harmoniebedacht, touristisch interessiert und viel Sinn für Kunst und Geschichte übrig hat, alles samt Themen mit denen Ray, laut Ken der schlechteste Tourist, den die Welt je gesehen hat,  nichts anfangen kann und will. Somit sind kleine Reibereien und Seitenhiebe zwangsweise zwischen den beiden vorprogrammiert.

Klingt jetzt alles im Moment noch so, als wären Ray und Ken ein alterndes Schwulenpärchen, das sich in der belgischen Hauptstadt im Erholungsurlaub befindet. In Wahrheit sind Ray und Ken aber zwei professionelle Auftragskiller, die ihren letzten Auftrag in England gehörig versaut haben und nun in Brügge untertauchen müssen, bis ein neuer Auftrag mit weiteren Instruktionen telefonisch von ihrem Boss Harry (gespielt von Ralph Fiennes, wohl eher als Gärtner, englischer Patient oder Lord Voldemort ) erteilt wird.

Das Warten auf den Anruf gestaltet sich länger als erhofft und somit sitzen die zwei Killer zwischen malerischen Kanälen und mittelalterlichen Kanälen tagelang fest. Wie bereits angedeutet, gehen die zwei Männer dabei ganz unterschiedlich mit dieser Situation um. Während Ken sich den kulturellen Reizen der Stadt widmet und von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit tingelt, macht der depressive Ray, was er am besten kann, er bricht Streit vom Zaun, betrinkt sich und bändelt mit der lokalen Schönheit Chloë (gespielt von Clémence Poésy alias Fleur Delacour) an.

Das solch ein lautes und stellenweise illegales Verhalten nicht wirklich dezent ist und auch überhaupt nicht zum Vorhaben des Untertauchens passt, spricht sich bis nach England zum Auftraggeber Harry durch. Für diesen ist das Fass nun endgültig übergelaufen und erteilt Ken den Auftrag seinen Kumpel Ray ruhig zustellen und dies endgültig...

Dies war jetzt mal eine lakonische Zusammenfassung der Story, die sich natürlich in der Folge noch aufteilt und in einem grandiosen und furiosen Finale mündet. Der Weg dahin ist überseht mit schwarzem Humor, Beleidigungen gegen Belgiern und unfassbar guten und lustigen Dialogen, die mich den Schauspieler Colin Farrell jetzt viel positiver beurteilen lassen, als noch vor der Betrachtung des irisch-belgischen Filmdramas.

Bevor jetzt jemand fragt, was ich so unter schwarzem Humor verstehe, poste ich einfach mal meine favorisierten Brügge sehen... und sterben Filmzitate, frei aus dem Zusammenhang gerissen:

  • „Eine Uzi?! Ich bin nicht aus dem beschissenen South Central Los Angeles. Ich hatte nicht vor eine Horde schwarzer Kinder aus voller Fahrt abzuknallen! Ich will ne normale Knarre für einen normalen Menschen.“
  • „Wofür ist Belgien berühmt? Für Schokolade und Kindesmissbrauch. Und die Schokolade wurde nur erfunden, um die Kinder zu kriegen!“

So oder so ähnlich verläuft der ganze Film, dazu noch ganz viel Brügge, das atmosphärisch eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde und schon ist ein erstklassiges Regiedebüt von Martin McDonagh fertig.

Die Frage ob Brügge jetzt einer Reise wert ist, kann ich nicht abschließend klären. Ich war bisher noch nicht in der belgischen Landeshauptstadt, der Film macht aber immerhin neugierig. Ray meint zu Brüssel übrigens: „Wenn ich auf einem Bauernhof aufgewachsen und geistig zurückgeblieben wäre, würde Brügge mich beeindrucken, aber das bin ich nicht, also tut es das nicht!“

Definitiv abschließend kann ich aber sagen, dass ich mich sehr über mehr Filme freuen würde, in denen Colin Farrell viel Einsatz von Gesicht und Augenbrauen zeigt.

Da mir aktuell nur dieser eine Film einfällt, kehren wir doch wieder von dem kleinen Exkurs zurück und fassen den Film adjektivtechnisch zusammen:

Anspruchsvoll, lustig, böse, dramatisch und einfach ziemlich absurd, mehr fällt mir glaub nicht zu diesem Werk ein. Wer jetzt wirklich noch Zweifel hat, möge sich doch mal den Trailer ansehen, der Rest geht gleich zur Kasse!
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Dies & Das

In welchem Land deiner Weltreise warst Du noch nicht? Äthiopien, Ghana

Was war das letzte, was du dir in einem Online Shop gekauft hast? Gute Frage.. ich glaube es waren je 1 Paar SPM Stiefel und Gabor Stiefel von Reiterstiefel.de für meine Frau. (Sie ist ein großer Stiefel Liebhaber.. wobei ich diese Reiterstiefel auch ganz gut finde)

Hast du eine Familie? Nein, derzeit nur eine Partnerin aber keine Kinder. Sonst wären die Weltreisen wohl kaum möglich..

 
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