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Nachdem ich mir am Mittwochnachmittag noch einmal Transformers zu Gemüte geführt hatte, war ich schon sehr auf die Fortsetzung Transformers – Die Rache gespannt, die ich mir im Anschluss im Kino ansehen wollte.
Der erste Teil bietet für mich eine akzeptable und plausible Story und sonst Action bis der Arzt kommt. Die Transformers, sowohl die guten Autobots, als auch die bösen Decepticons, sehen eigentlich halbwegs vernünftig animiert aus, auch wenn man bei der Verwandlung noch ein wenig mehr Detailreichtum verlangen könnte.
Shia LaBeouf und Megan Fox machen ihre Sache gut und der Film besticht neben den großen Verschrottungsarien mit Witz und Charme. Besonders Bumblebee, der Sam Witwicky (gespielt von Shia LaBeouf) beschützen soll, gefällt mir im ersten Teil besonders, da er mit seiner Art der Kommunikation über Liedfetzen aus dem Radio für einige Lacher sorgen kann.
Abgerundet wird das Ganze mit hochkarätig besetzten Nebenfiguren, die Transformers zu einem soliden Actionfilm mit Hang zur Actionkomödie machen.
Basierend auf diesen noch sehr neu aufgefrischten Erinnerungen nahm ich in einer der hinteren Reihen des Kinos Platz, um zu sehen, wie es mit den Transformers und den Menschen so weitergehen würde. Vorweg ist zu sagen, dass Transformers 2 irgendwo die meisten Erwartungen erfüllt, die man haben könnte, wenn man den ersten Teil gesehen hat. Dennoch kam ich nicht überglücklich aus dem Kino, denn mich störten schon einige Kleinigkeiten, die ich nun auflisten werde und die dafür sorgen, dass, wie so oft, der zweite Teil dem ersten Teil nicht das Wasser reichen kann.
Für meinen Geschmack besteht eine zu große Diskrepanz zwischen den Wesenszügen Sam Witwickys in den beiden Filmen. Während Sam im ersten Teil noch eher provozierend, cool und eigensinnig wirkte, zeigt er in der Fortsetzung plötzlich Angst und ungeahnte weiche Seiten, die aus nicht ersichtlichen Gründen plötzlich aus ihm hervorbrechen.
Zusätzlich und das ist eigentlich der größte Aufhänger, fand ich die Story im zweiten Teil absolut und ausgereift und fast zu Einhundertprozent irgendwo angelehnt. Ich hatte beim Betrachten des Films stets das Gefühl, ich würde ein riesiges Hollywood-Mash-Up über die Leinwand flimmern sehen. Während Transformers 1 noch recht innovativ war, kam es mir beim aktuellen Kinofilm so vor, als hätte sich Regisseur Michael Bay einfach mal dreist und großzügig bei zahlreichen Filmen bedient.
*Spoiler ahead*
*Spoiler above*
Stellenweise geisterten mir die 1:1-Szenen aus der Vorlage durch den Kopf. Natürlich sind diese Szenen geschickt mit neuen transformerhaften Elementen verbunden, dennoch blieb bei mir auch Stunden nach dem Kinobesuch ein leicht fader Beigeschmack zurück.
Aber eigentlich darf man bei Filmen, die vollständig auf monströs aufgeblähte Effekte und Action setzen und dies im Vorfeld auch nicht verheimlichen, nicht an der Story rumkritisieren. Ein effekt- und explosionsreicher Knall-Bumm-Peng-Film, Michael Bay macht ja eigentlich nur so Kram, wird halt niemals mit brillanten beziehungsweise epischen Figuren, Dialogen und Handlungen auch nur in die Nähe eines Drehbuch-Oscars gerückt werden können...
Diese Tatsache scheint Herrn Bay aber stellenweise nicht ganz klar zu sein. Denn in einem relativ spannungsarmen Film, der hauptsächlich aus Roboter-Clashing-und-Bashing-Nahaufnahmen besteht und nur sporadisch mal mit Totalen oder Supertotalen gelockert wird, wirft Michael Bay förmlich mit Comic-Relief-Figuren um sich, die eigentlich zur humorvollen Auflockerung einer ernsthaften und spannenden Situation vorgesehen sind.
Agent Simmons, Sams Eltern Ron und Judy Witwicky und zahlreiche andere Figuren verkommen somit fast vollständig zu kleinen Gaglieferanten und bringen die eh sehr dürftige Handlung noch zusätzlich ins Stocken. Zu diesen menschlichen Figuren gesellen sich dann auch noch die beiden Autobot-Zwillinge Skids und Mudflap, die quasi eine metallgewordene Ausgabe von Dick und Doof sind und sich ständig kabbeln. Empfand ich jetzt stellenweise weniger lustig, aber es war erträglich.
Ausgesprochen gut gefielen mir die ganzen Animationen und natürlich die unzähligen Explosionen. Mit
heroischen US-Soldaten und der amerikanischen Selbstbeweihräucherung wird, wer hätte das auch gedacht, nicht gespart und somit fährt Michael Bay in Sachen militärischer Power auch wirklich nur
die allerdicksten Geschütze auf.
Letztendlich muss sich eh jeder selbst ein Bild machen, ich fand die Fortsetzung insgesamt etwas schwach, dennoch ist Transformers: Revenge of the Fallen noch im Rahmen und kann durchaus als akzeptable Fortsetzung gewertet werden. Nachdem ja der erste Teil stellenweise recht ordentlich durch die Kritiker eingedost worden ist, dürfte eh klar sein, wie man den zweiten Teil einzuordnen hat. Wunderdinge wird hoffentlich niemand von Michael Bay erwarten.
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