Shredder Blog
Am Sonntag lief die erste Dan-Brown-Roman-Verfilmung auf Pro Sieben und ich fand den Film erneut gut gemacht und wirklich spannend. Die Buchverlage wurde gut bearbeitet und es ist in der Folge ein geschlossener Film entstanden. Über die zweite Buchverfilmung, die aktuell als Illuminati in den deutschen Kino läuft, habe ich bisher noch nicht viel Gutes gehört. Somit wollte ich mir selbst ein Urteil bilden und hoffte auf einen würdigen Nachfolger, da auch der zweite Film unter der Regie von Ron Howard produziert worden ist.
Leider wurde ich extremst enttäuscht, denn Illuminati ist um Längen schlechter als Sakrileg und dazu ist die Buchumsetzung für alle Leser ein Schlag ins Gesicht.
Die Handlung wurde stellenweise extremst beschnitten oder sogar verfälscht. Etliche Aussagen des Buchs fehlen somit komplett oder werfen urplötzlich ein ganz anderes Licht auf die Fakten, was sicherlich nicht im Sinne von Dan Brown sein dürfte. Auch wenn man das Buch nicht gelesen hat, taugt der Film absolut nichts. Mir kam der Film stellenweise wie eine Schnitzeljagd in Lichtgeschwindigkeit vor, atemlos wird von zentralem Ereignis zu Ereignis geeilt und ohne Buch-Hintergrundwissen bleibt man dort über kurz oder lang völlig auf der Strecke.
Die genialen Hintergründe und Wendungen werden im Film einfach ignoriert und es entsteht ein hektischer und spannungsfreier Thriller, der einfach nur zum Gähnen ist.
Großartige und wichtige Figuren tauchen im Film einfach nicht auf. Andere werden einfach sinnlos umbenannt oder in ihrer Bedeutsamkeit so eingeschränkt, dass sie nur als lächerliches Abbild der Romanvorlage durchgehen. Besonders habe ich mich in diesem Punkt über die Figuren Vittoria Vetra und den Assassinen geärgert. Während Vittoria einfach im Film nur als plumpe Nebenfigur heruntergespielt wird, ist der Assassine einfach nur lächerlich. Aus einem arabischstämmigen und angsteinflössenden Auftragsmörder, der stellenweise fast schon übermächtig scheint, wird ein weichgespülter bleicher Däne mit Brille!!!
An Frechheit ist diese Rolleninterpretation echt nicht mehr zu überbieten. Ich warne daher eindringlich vor dem Film. Wer das Buch kennt, der wird sich wünschen, er hätte sein Geld verbrannt. Alle anderen werden wohl den Film nicht ganz verstehen, denn er glänzt einfach mit dem Weglassen von wichtigen Details. Ron Howard, das war echt nichts!
Ich war noch nicht im Film, aber ein Freund von mir hat ähnliches dazu gesagt.
Wenn man sich aber mal die Wiki-Seite zum Buch anschaut, dann muss man sagen, dass auch das Buch zwar ziemlich spannend ist, aber trotzdem so falsch, dass es zum Himmel schreit ;-)